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Das pädagogische Konzept des Kinderhauses - Eine Pädagogik vom Kinde aus

 

1.     Pädagogische Orientierungen
 
Einige Kernaussagen Maria Montessoris beschreiben ein „Bild vom Kind“, das für die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte mit den Kindern und den Familien von entscheiden-der Bedeutung ist. Das Kind wird als sich selbst bildendes Subjekt anerkannt und nicht als unmündiges Objekt der Belehrung ver­standen. Dieses Bild vom Kind bestimmt die Haltung, die Wertschätzung und die Art und Weise der Interaktion der pädagogischen Fachkraft mit dem Kind und hat seine Wirkung in die Familie hinein.
 
A.    „Polarisation der Aufmerksamkeit“
 
„Das Kind ist zur Faszination fähig.“, stellte Maria Montessori fest. Wenn es sich für einen Gegenstand, eine Sache interessiert, so kann es durch seine Konzentration zu enormen Lernergebnissen kommen, und zwar ohne die Hilfe Erwachsener. Polarisation der Aufmerksamkeit bedeutet, dass das Kind von einer Aufgabe so fasziniert ist, dass es die Welt um sich herum vergisst, allein und ruhig an seiner Aufgabe arbeitet.
 
B.     „die neue Rolle des Erziehers“
 
Der „neue Erzieher“ soll nicht Anführer, sondern Assistent, Beobachter und Helfer des Kindes sein. Er tritt zurück und gibt ihm Raum für selbständige Entscheidungen. Die pädagogischen Fachkräfte im »Montessori-Kinderhaus« wissen, dass die Umgebung ausschließlich dem Kind und seiner Entwicklung dient.
 
C.    „Hilf mir es selbst zu tun!“
 
Die Grundhaltung des „neuen Erziehers“ ist: „Hilf mir, es selbst zu tun!“ Das Kind will vom Erwachsenen unabhängig werden. Um den eigenen Weg zu finden, braucht das Kind einen zuverlässigen Begleiter, einen ver­ständnisvollen Partner. Doch wichtiger als die erwachsene Bezugsperson werden im Lauf der Zeit die anderen Kinder der Gruppe, die dem Kind als Ko-Produzent von Bildung dienen.
 
D.    „die vorbereitete Umgebung“
 
Die zentrale Erkenntnis Montessoris ist, dass die geistigen Kräfte des Kindes durch sinnvolle strukturierte Angebote einer vorbereiteten Umgebung (didaktisches Material) aktiviert werden können. Diese Entwicklungskraft ist dann „eruptiv, explosionsartig“. Sie wird aber nicht durch den direkten Zugriff des Erziehers aktiviert, sondern im freien Umgang des Kindes mit den Materialien, die seine Sinne, seine Motorik und eben auch seine ganze geistige Kraft auf den Gegenstand konzentrieren. Das Sinnesmaterial bündelt die geistigen Kräfte und nimmt die Aufmerksamkeit des Kindes völlig in Anspruch. Das Sinnesmaterial ist so konstruiert, dass die Erfolgskontrolle durch das Kind – „die Selbstkraft des Kindes“ – möglich ist.
 
E.     „Sensible Perioden“
 
Nach Auffassung Maria Montessoris vollzieht sich die Reifung des Menschen nach bestimmten Reifegesetzen. In der Kindheit gibt es Zeiträume, in denen das Kind für den Er­werb bestimmter Fähigkeiten und Fertigkeiten besonders empfänglich ist. Die Hirnforschung spricht von Zeitfenstern der (frühen) Kindheit. Für seine Entwicklung benötigt das Kind eine spezifisch vorbereitete Umgebung, so Montessori.
 
F.     „die Hand ist Werkzeug des Geistes“
 
Das Kind lernt durch Erfahrungen, die es selbst machen konnte. Insbesondere die Jüngsten lernen durch die Verbindung von körperlicher und geistiger Aktivität, durch selber machen, durch ausprobieren, durch Fehler machen. Das, was Kinder mit der Hand, durch Bewegung produzieren, zeigt die geistige Beschäftigung, die Themen, die Vorstel­lungen der Kinder.

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Das pädagogische Konzept des Montessori-Kinderhauses Halle
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